Neujahrsempfang der CDU Tönisvorst am 24.1.2012

Reden des Fraktionsvorsitzenden und des Parteivorsitzenden sowie die närrische Antwort von Prinz Thorsten I.


Begrüßungsrede - Horst von Brechan, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Tönisvorster Stadtrat

brechan horst von
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, liebe Gäste!
Ich erspare uns eine ellenlange Begrüßung von einzelnen Persönlichkeiten, denn jeder von Ihnen ist uns wichtig und herzlich willkommen. Ihnen allen: Vielen Dank fürs Kommen!

Beginnen wir unseren Neujahrsempfang doch mal mit der klassischen Klage: War früher nicht alles besser? Früher haben wir gedacht, dass eine breite Autobahn schnurgerade aus der Gegenwart in die Zukunft führt – eine schier endlose Straße bis zum fernen Horizont. Auf dieser Autobahn, so glaubten wir, könnten wir entspannt die Zukunft ansteuern. Dies hat sich aber als Irrtum erwiesen. Niemand kann mehr die Zukunft lässig in die Polster gelehnt mit eingeschaltetem Tempomat ansteuern.  Spätestens seit der Wirtschafts-, Finanz- und Schuldenkrise ist dies jedem bewusst.

In Tönisvorst, meine Damen und Herren, und in unserem ganzen Land, spüren wir seit Jahren, dass die Zukunft eine große Unsicherheitsvariante hat. Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde unsere Gesellschaft noch von mächtigen Institutionen zusammengehalten, denen wir die Zukunft anvertraut hatten: Bildungseinrichtungen, Kirchen, Gewerkschaften, die Ehe – all dies schien früher unantastbar. Heute haben diese Institutionen an Autorität verloren. Zudem verschwinden ganze Industriezweige, und die ehemals prägenden Wirtschaftszweige unseres Landes – Kohle und Stahl – sind keine Sonnenaufgangsindustrien mehr, sondern teure Sonnenuntergangsgeschäfte. Beim Thema Sonne und Solarindustrie zeigt sich aber sogleich der zweite Aspekt, den die Zukunft mit sich bringt: CHANCEN.

Wie aber gelingt es, diese Chancen zu ergreifen? Welche Chancen hält das Jahr  2012 in Tönisvorst für uns bereit? Vor uns liegt eine Welt des Wandels, zum Teil noch im Nebel, eine Terra incognita, eine Welt, in der Wirtschaftsmacht nicht mehr allein auf Landbesitz, Geldkapital oder Rohstoffreichtum basiert, sondern stärker denn je auf dem, was in den Köpfen ist. Wir leben in der Bildungsrepublik Deutschland! In Tönisvorst sind wir gut aufgestellt in unserer Bildungsgesellschaft, die das 21. Jahrhundert prägen wird. Hier liegen große Chancen für uns alle. Nur einige Beispiele: Die U3-Betreuung wird massiv ausgebaut, frühkindliche Bildung wird gestärkt und der Schulstandort Tönisvorst wird weiterhin mit der Sekundarschule attraktiv sein und alle Abschlüsse für unsere Kinder und Enkelkinder bereithalten.

Wir erleben nicht nur im Bereich der Bildung eine Zeit von großen Veränderungen. Heute auf den Tag vor 28 Jahren präsentierte APPLE seinen ersten MAC-Computer. Heute können wir erahnen, wie sehr APPLE und Steve Jobs die Welt verändert haben. Nur ein paar Wörter, die es vor 25 Jahren gar nicht gab: iPad, iPod, iPhone, simsen, skypen, posten – die Liste ließe sich fortsetzen.

Meine Damen und Herren, es bleibt spannend beim Thema Zukunft. Die Zukunft ist hoch interessant geworden. Befragen wir die Trend- und Zukunftsforscher, tauchen genau diese drei Leitgedanken auf:

  • Erstens: Die bisherigen  Gewohnheiten enden jetzt. Die Zukunft wird schon bald ganz anders aussehen als die Vergangenheit. Sie wird erst einmal durch unwegsames Gelände führen. Wir tun gut daran, uns rasch darauf einzustellen.
  • Zweitens: Die neuen Zeiten erfordern neue Fahrzeuge, sprich: anders organisierte und gestaltete Städte. Die Limousinen der Vergangenheit taugen nicht für die Offroad-Rallye. Wir brauchen etwas anderes.
  • Drittens: Die alten Landkarten sind nutzlos in der Terra incognita der Zukunft. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wohin die Reise jetzt gehen soll. Wir brauchen Visionäre und Pioniere, brauchen Denker – Vordenker – und Macher.

Übrigens: Einer dieser Macher ist unser Bürgermeister Thomas Goßen. Den ich hier als ersten Bürger unserer Stadt stellvertretend für alle Anwesenden begrüße. Aber beim Machen, meine Damen und Herren, sind wir alle gefragt. Unsere Zukunftsideen müssen weiter umgesetzt werden:

  • Der angesprochene Umbau der Bildungslandschaft,
  • die Unterstützung des heimischen Mittelstandes durch eine verbesserte Wirtschaftsförderung,
  • die Stabilität der städtischen Finanzen,
  • die Stärkung des sozialen Profils unserer Stadt und
  • die weitere Aufwertung unserer Stadt mit einem verbesserten Stadtmarketingkonzept.

Aber ohne Engagement von uns allen, Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Verbänden, Verwaltung und Institutionen wird es nicht vorangehen.

Liebe Freundinnen und Freunde: Wir sind es, die jetzt die neuen Wegweiser aufstellen müssen – die Wegweiser in die Zukunft! Wir leben in einer spannenden Zeit. Und nichts ist spannender, als die Zukunft mitzugestalten. Mein Appell an alle: Helfen Sie mit, die Wegweiser in die Zukunft für unsere Stadt aufzustellen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2012!

 

 

Jörg Geulmann, Parteivorsitzender der CDU Tönisvorst

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Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ganz herzlich begrüße auch ich Sie zum Neujahrsempfang 2012 der CDU Tönisvorst. Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind. Bei meinem hoffentlich kurzweiligen Schlusswort und angenehmen Begegnungen in entspannter Atmosphäre dürfen wir heute gemeinsam einen schwungvollen Auftakt ins neue Jahr 2012 genießen.

Apropos Auftakt – zur Einstimmung auf das neue Jahr und unser aller Wirken im neuen Jahr möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Sie spielt im alten Persien und sie handelt von Neujahr beziehungsweise seiner Feier. Im Mittelpunkt steht ein König, der ein prunkvolles Neujahrsfest mit den Spitzen des Landes feiern möchte. Es soll an nichts fehlen, weder Zeit, Mühe noch Geld soll gescheut werden, um ein Fest vorzubereiten, von dem alle noch lange sprechen sollen. Denn den König ficht es an,  dass in den letzten Jahren alle nur von dem Fest geschwärmt haben, das der Maler Ramum gegeben hatte. Obwohl er nur eine einfache Wohnung hat und die Gäste die Speisen und Getränke selbst mitbringen müssen. Sein Großwesir rät ihm deshalb, Ramum zu fragen, was das Besondere an seinem Fest sei. Und der Maler erklärt dem König, seine Gäste seien einfach gern zusammen, das sei für sie das Wesentliche.

Meine Damen und Herren, für den König war der Erfolg des Malers ein Rätsel, ein Geheimnis, das ihn argwöhnisch machte. Das lag daran, dass die beiden die Frage, worauf es im Leben ankommt, unterschiedlich beantworten. Sie sehen aus einem unterschiedlichen Blickwinkel auf das Leben. Und die Moral der alten Geschichte lautet: Bei dem König ist ein Paradigmenwechsel angesagt, im Hinblick auf seine Sicht der Welt. Er muss zum Wesentlichen, er muss vom äußeren zum Inneren kommen.

Paradigmenwechsel – das ist mein Stichwort für das neue Jahr. Paradigmenwechsel bedeutet die Rückkehr zum Wesentlichen, die Rückkehr zu einer neuen Bescheidenheit in unserer so komplizierten, vielschichtigen, sich an äußeren Werten festhaltenden Alltags- und Arbeitswelt. Ich habe zunehmend den Eindruck, als ginge unserer modernen Gesellschaft der Wertekompass für Wesentliches immer mehr verloren, weil wir – wie der König – Bewertungen allzu oft an Äußerlichkeiten, an Quantitäten festmachen, und weil wir zunehmend verlernt haben, nach den Dingen hinter den Dingen zu schauen und zu fragen. Ich glaube, es täte uns gut, unsere Blickrichtung zu ändern und unsere kommunalen, politischen und gesellschaftlichen Aufgaben aus neuer Perspektive anzugehen und zu bewerten.

Auf den großen Bühnen der Welt haben wir bereits im vergangenen Jahr eine Änderung in der Blickrichtung erlebt und ein Nachdenken bzw. Diskutieren über Haltungen, die als ganz selbstverständlich galten. Als Stichworte sind hier beispielhaft zu nennen: die Katastrophe von Fukushima und die daran anschließende Energiewende, die sich weiter zuspitzende Euro-Krise mit ihren immer größer werdenden Rettungsschirmen, der arabische Frühling, Skandale um Doktorarbeiten und der demografische Wandel.

Das Jahr 2011, so kann man wirklich sagen, war ein sehr ereignisreiches Jahr. Damit eine Rückschau aber Sinn macht, gilt es zu fragen: „Was lernen wir daraus?“ Und hier bereits scheiden sich die Geister. Für mich persönlich zeigt das Jahr 2011 vor allem eines: Flickschusterei hilft nicht! Es hat sich oft genug gezeigt, dass mit heißer Nadel gestrickte Lösungen nicht unbedingt die Besten sind. Für das neue Jahr sollten wir deshalb – wie auch unsere Bundeskanzlerin uns anrät – das Wagnis eingehen, langfristig zu denken. Wir müssen vom „Klein-Klein“ wegkommen, vom kurzfristigen Behandeln der Symptome und ein strategisches Handeln wagen.

Wir müssen vor Ort wieder mehr über Politik diskutieren. Die CDU muss mit den Bürgerinnen und Bürgern – also mit Ihnen meine Damen und Herren – mehr ins Gespräch kommen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von uns zu Recht Antworten, wie wir die kommenden politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen bewältigen und Politik zukünftig gestalten wollen. Das soll in den Stadtverbänden genauso wie in den Kreisverbänden zusammen mit allen Parteimitgliedern und allen engagierten Bürgern angegangen werden. Es geht nicht mehr um Äußerlichkeiten, um ein „Höher, Schneller, Weiter“, sondern es geht um die Richtung nach innen, um das Wesentliche, nämlich um eine Zukunftsverantwortung. Ich denke, nur mit einer neuen partnerschaftlichen und zugleich selbstkritischen Einstellung kann man auf allen Ebenen erfolgreich gegensteuern.

Nun, es sei, wie es sei – uns jedenfalls in Tönisvorst wünsche ich zum neuen Jahr etwas von diesem neuen Blick, von dieser anderen Perspektive, die der Maler dem König vermittelt hat. Und Ihnen allen, liebe Gäste, wünsche ich privates und berufliches Gelingen sowie Gesundheit und Gottes Segen für das neue Jahr 2012.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

Närrische Antwort von Prinz Thorsten I. (Engler)

 

Die Gemeinsamkeiten zwischen Politik und Karneval

  1. Auch bei uns herrscht eine Rang- bzw. Hackordnung.
  2. Bei den Karnevalisten heißt z.B. der Parteivorsitzende "Kommandeur" und der Bürgermeister "TKK".
  3. Auch bei uns haut man von oben nach unten.
  4. Selbst wir gründen Arbeitskreise, wenn wir nicht mehr weiter wissen.
  5. Und: Auch bei uns sitzen die wichtigen Leute in Sitzungen mit einem IPad. Aber: Wir kaufen uns das selber.


Die Unterschiede zwischen Politik und Karneval

  1. Wir Karnevalisten sind immer beim du.
  2. Die unterschiedlichen Parteien (bei uns Vereine) können sich auch nach einer Sitzung in der Öffentlichkeit an einen Tisch setzen.
  3. Wir können ruhig einer Meinung sein, auch wenn wir nicht dieselben Buchstaben tragen.
  4. Wir schaffen es auch unter 5%- jede Menge Stimmung zu verbreiten.
  5. Unsere Sitzungen sind auch ohne Sitzungsgeld personell stark besucht.
  6. Karnevalisten dürfen für volle Säle Eintrittsgeld nehmen- in der Politik benötigt man für volle Säle Sitzungsgeld.
  7. Wir haben am Ende des Tages Menschen zum Lachen gebracht und nicht näher an einen Herzinfarkt.
  8. Wir bauen unsere Wagen selber- ihr müsst eure kaufen.
  9. Wir arbeiten auch am Tulpensonntag und am Rosenmontag.
  10. Bei uns heißt es in der Presse: Die Ränge waren voll- das Publikum war begeistert von der Sitzung- aus der Politik ist zu lesen: Sitzung wurde abgesagt, da die Tagesordnung nicht rechtzeitig versendet wurde!
  11. Und nun zum Schluss noch was zum Denken wie weit die Karnevalisten gehen können: Im Karneval gibt es Flaschenverbot (und das hat nichts mit Glasverbot zu tun)

Es grüßt das Tönisvorster Prinzenpaar der Session 2011 / 2012
Euer Prinz Thorsten I. und Prinzessin Melanie I.

Ein Dreifaches Klapper-tüüt und Helau!

 

prinzenpaar_2012

Das Foto vom Prinzenpaar wurde der Seite "www.prinzengarde-sttoenis.de" entnommen.


 

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